Neues aus der Startup-Welt: Covid-19 als Katalysator für digitale Innovation

Das Coronavirus stellt die Welt momentan komplett auf den Kopf. Privat, gesellschaftlich und wirtschaftlich, fast jede/r von uns ist betroffen. Was bedeutet diese Situation für die Startup-Welt? Wir haben uns für unsere Kolumne in der Ernährungs Umschau (05/2020) umgehört.


Abends zum Yoga, mit den Kindern auf den Spielplatz, am Wochenende mit Freunden ins Restaurant – vieles, was wir bisher als selbstverständlich angesehen haben, ist vorerst nicht möglich. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und Risikogruppen zu schützen, ist das gesellschaftliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren. Die Situation bedarf radikalen Umdenkens, privat, aber auch beruflich. Wo es geht, werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Homeoffice geschickt, viele Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt.


Besonders stark getroffen sind kleine und mittelständische Unternehmen aus der Event-, Reise und Gastronomiebranche. Neun von zehn Startups in Deutschland sind negativ von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Über 70 % bangen sogar um die Existenz. Zu diesen Ergebnissen kam eine Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups e. V..


Neben staatlicher Unterstützung sind jetzt vor allem zwei Dinge gefordert: Handlungsbereitschaft und Kreativität.



Beides ist in der deutschen Gründerszene gut vertreten. Binnen Tagen werden mit beeindruckender Geschwindigkeit komplett neue Geschäftsmodelle aus dem Boden gestampft. ShakeNight z. B., ein Startup aus Berlin, das bisher Cocktailkurse in Bars organisierte, bietet nun digitale After-Work- Cocktailabende an. Und das sehr erfolgreich: Vor allem Unternehmen nutzen das Angebot, um trotz Distanz den Team Spirit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem gemeinsamen Event aufrechtzuerhalten. Oder Tastetours, ein Startup aus Hamburg, das bisher kulinarische Führungen durch deutsche Großstädte anbot, hat sein Netzwerk aus der Gastronomie genutzt, um #PayNowEatLater zu starten – eine Plattform, auf der Gutscheine von existenzbedrohten Bars, Cafés und Restaurants gekauft werden können.


Sicher ist: Wirtschaftlich kommen corona-bedingt herausfordernde Zeiten auf uns zu. Es wird sich viel verschieben, aber es besteht Hoffnung. Das meint auch Larry Fink, Geschäftsführer von Blackrock, dem größten unabhängigen Vermögensverwalter weltweit: „Denen, die ihre Augen nicht auf den wackeligen Boden unter unseren Füßen richten, sondern auf den Horizont, bieten sich an den Märkten jetzt enorme Chancen. Der digitale Quantensprung, den unsere Wirtschaft gerade erlebt, kann besonders für Startups eine große Chance sein". Und zwar auch für uns Ernährungsexpertinnen und Ernährungsexperten – mehr denn je können wir jetzt praktisch zeigen, welche immensen Möglichkeiten die Digitalisierung birgt.


geschrieben von Lia Schmökel und Simone K. Frey

Dieser Artikel ist als Kolumne in der Mai-Ausgabe der Ernährungs Umschau erschienen. Simone und Lia berichten in der Kolumne regelmäßig über spannende Neuigkeiten aus der Start-Up-Welt und inspirierende ErnährungsexpertInnen.


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