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Carmen Ortloff - Studentin und Powerfrau


zwei Junge Frauen, Carmen Ortloff und Lia Schmökel

Interview geführt von Lia


Carmen, du bist Ernährungswissenschaftlerin, hast einige Zeit in der Pharmaindustrie gearbeitet und bist jetzt an der Charité. Wie kam es dazu?

Ja, das ist richtig. Allerdings steht meine damalige Anstellung in einem Pharmaunternehmen nicht im Zusammenhang mit der Entscheidung für das Studium der Ernährungswissenschaft. Ich bin über Umwege in der Pharmabranche gelandet. Ursprünglich wollte ich im Tourismus arbeiten und habe in dem Bereich eine Ausbildung gemacht. Mit der Geburt meiner Kinder begann ich mich intensiv mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen. Ich habe viel über Kinderernährung gelesen. Zu dieser Zeit ist mir bewusst geworden, dass mich das Thema wirklich interessiert und da ich sowieso immer den Wunsch hatte zu studieren, kam eins zum anderen und ich entschied mich schließlich für das Studium der Ernährungswissenschaft an der Uni Potsdam.

Wie gefällt Dir das Studium?

Ich habe meine Entscheidung keinen Tag bereut und meine Begeisterung für das Thema Ernährung und ihren großen Einfluss auf die Gesundheit ist ungebrochen. Ich freue mich, dass ich immer tiefer in die Theorie dringe und das praktisch jeden Tag anwenden kann. Allen, die erwägen Ernährungswissenschaften zu studieren, kann ich nur dazu raten. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass man sich in den ersten drei Semestern erstmals durch die Grundlagen der Naturwissenschaften kämpfen muss, bevor es wirklich interessant wird. Die Anforderungen sind hoch und es macht sicher keinen Sinn, sich dem zu stellen, wenn man ein Bio- oder Chemiemuffel ist.


Hast Du bereits praktische Erfahrung als Ernährungswissenschaftlerin sammeln können?

Ja, ich habe vor allem in den letzten zwei Jahren eine schöne Bandbreite an möglichen Tätigkeitsfeldern kennengelernt. Nach meinem Bachelorabschluss habe ich bei einer Unternehmensberatung im Bereich Public Health gearbeitet und konkret an der NAKO Gesundheitsstudie, die vom BMBF in Auftrag gegeben wurde, mitgewirkt. Anschließend habe ich ein Praktikum bei Welldoo gemacht - ein Start-Up der Bertelsmann-Gruppe, das Software entwickelt um Gesundheit und individuelle Lebensqualität mit den Möglichkeiten moderner Technologien zu unterstützen. Beide Jobs zeigen, wie unglaublich groß die Bandbreite ist, in der Ernährungswissenschaftler erfolgreich sein können.

Ich bin jetzt im Masterstudium und an zwei Tagen in der Uni. Parallel arbeite ich an der Charité als studentische Mitarbeiterin. Konkret unterstütze ich in der Clinical Research Unit beim Aufbau des wissenschaftlichen Sektors Ernährung im Bereich klinischer Studien und bei der Dokumentation von ernährungsbedingten Studiendaten. Da ich mich in meinem Studium am meisten für den Bereich Ernährungsmedizin interessiere, ist das ein großartiger Einblick für mich.

Carmen, du studierst, arbeitest, hast drei Kinder zuhause und findest trotzdem noch Zeit für deine Hobbies. Was ist dein Geheimnis für eine gute Work-Life-Balance?

Augen zu und durch! ;-) Nein, im Ernst, ich habe etwas gefunden, was mich erfüllt und begeistert. Das ist es, was mich durch die großen Stresszeiten, wie in Praktika oder Klausurphasen trägt. Ganz ehrlich, ich hatte auch meine Zweifel, ob ich das Masterstudium überhaupt machen soll. Ich hätte theoretisch schon mit meinem Bachelorabschluss erfolgreich sein können, wie man bei Dir sieht, Lia.

Da ich aber wirklich gerne in der Forschung arbeiten möchte, ist der Master für mich obligatorisch. Das habe ich im Vorfeld natürlich mit meiner Familie besprochen. Ohne die Rückendeckung meines Partners, hätte ich mich nicht so leicht dafür entschieden. Außerdem nehme ich mir ganz bewusst immer wieder kurze Auszeiten für mich. Ich treibe gerne Sport und treffe regelmäßig meine Freunde. Daraus schöpfe ich Kraft. Unabhängig davon freue ich mich sehr auf das was jetzt im Studium noch kommt. Ich plane aktuell ein Auslandspraktikum und meine Masterarbeit und mache drei Kreuze, wenn ich das alles erfolgreich abgeschlossen habe.

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