Eva-Maria Endres - Autorin und Café-Besitzerin


Liebe Eva, Du hast Ernährungswissenschaften studiert und inzwischen ein eigenes Café und kulinarisch-kulturelle Veranstaltungs-Location eröffnet. Wie kam es dazu?

Die Idee einen Begegnungsort zu schaffen, wo sich Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen zum Thema Essen austauschen können, hatte ich schon lange. Als ich dann an der Hochschule gearbeitet habe, um ein Projekt zur kulinarischen Bildung auszuarbeiten, war es oft sehr schwierig neue Ideen umzusetzen. Deshalb haben mein Mann und ich das Diderot gegründet, um einen Ort zu haben, an dem wir ganz unkompliziert und schnell Projekte und Veranstaltungen realisieren können. Jetzt treffen sich dort VertreterInnen der Lebensmittelbranche, der Gastronomie, Slow Food, WissenschaftlerInnen, viele kommen zu uns um eigene Veranstaltungsideen umzusetzen. Das Café ist dann noch mit dazugekommen, weil wir dachten, wenn wir einen Ort haben, an dem wir über das Essen reden, muss es auch etwas zu Essen geben, damit es nicht wieder nur in der Theorie verhaftet bleibt.

Was gefällt Dir besonders an Deiner Arbeit?

Die Vielseitigkeit – Ich mache viel Veranstaltungsmanagement und Organisation, spreche mit Klienten oder mache Online-Marketing; wir arbeiten aber auch in Forschungsprojekten, schreiben Anträge und Veröffentlichungen; und wenn eine Veranstaltung mit Catering ansteht, stehe ich auch schon mal in der Küche und bereite Fingerfood oder ein 3-Gänge-Menü zu. Es wird nie langweilig!

Warum hast Du Ernährungswissenschaften studiert und was begeistert Dich so an unserem Fachgebiet?

Essen ist ein so universales Thema. Es betrifft jeden Menschen, überall auf der Welt und ist daher auch so vielfältig. Mich haben immer schon die kulturellen und sozialen Aspekte des Essens besonders interessiert. Denn Essen ist zwar Nahrungsaufnahme, aber darüber hinaus strukturiert es auch große Teile unserer Gesellschaft. Leider ist die Forschung im Bereich Esskultur in Deutschland noch sehr wenig ausgeprägt. Es gibt einige interessante, vereinzelte Projekte, aber ein großes Institut, fundierte Studiengänge oder ähnliches fehlen. Hier sollten wir noch aufholen.

Was hätten wir Dich noch fragen sollen?

Vielleicht was ich jungen Studierenden sagen würde? Ich habe damals viel zu oft zu hören bekommen, dass man damit sowieso schlecht verdient und kaum einen Job bekommt. Dabei bin ich der Meinung, dass man immer beruflich erfolgreich sein wird, wenn man ein Ziel vor Augen hat und für seine Ideen brennt. Zudem hätte ich damals gerne öfter gelesen, dass Ernährungswissenschaft eine der wichtigsten Disziplinen der Zukunft ist – denn das ist sie. Und so sollten sich angehende ErnährungswissenschaftlerInnen präsentieren und auch die für ihre Kompetenz angemessene Vergütung einfordern.

Und zu guter Letzt: Setze den Satz fort: ErnährungswissenschaftlerInnen….

gestalten die Zukunft des Essens und damit auch das, was die Gesellschaft zusammenhält.

Hier geht es zu Eva's kulinarisch-kulturellem Veranstaltungs-Ort, dem Diderot.

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