Nina Zellhofer – Projektleiterin bei KONSUMENT



Simone: Liebe Nina, Du arbeitest als Projektleiterin Lebensmittel beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), wie kam es dazu?

Nina: Ich habe in meinem letzten Unijahr als Sommerpraktikantin beim VKI begonnen. Es hat sich dann kurzfristig ab Herbst eine befristete Stelle als Karenzvertretung ergeben. Nach 1,5 Jahren war die befristete Stelle zu Ende und ich habe meine Diplomprüfung absolviert. Da mir der Job beim VKI viel Spaß gemacht hat und mir eine unbefristete Stelle angeboten wurde, bin ich dort geblieben und arbeite mittlerweile das 10. Jahr dort.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag/Arbeitswoche bei Dir aus? Was ist das Beste an diesem Beruf? Würdest Du Dich wieder für diesen Beruf entscheiden?

Derzeit arbeite ich nur Teilzeit, da zwei Kinder zuhause auf mich warten. Als ich noch Vollzeit berufstätig war, hatte ich eine 38,5h Woche. Hauptbestandteil meiner Arbeit sind vergleichende Warentests für unser Testmagazin KONSUMENT (Anmerkung: In Deutschland entspricht das der Zeitschrift TEST). Wir testen diverse Lebensmittel, aber auch Diätbücher oder Abnehmcamps für Kinder. Die Ergebnisse veröffentlichen wir in Form eines Artikels und einer Testtabelle in der Zeitschrift Konsument und auf unserer Website www.konsument.at. Neben meiner Testtätigkeit bearbeite ich journalistische Anfragen und betreue unsere Plattform www.lebensmittel-check.at und die dazugehörige Facebookseite. Gerade die Arbeit mit diversen Medien wie Radio, Zeitung und Fernsehen sehe ich als besondere Gelegenheit, die nicht jeder Job zu bieten hat. Ich habe die Entscheidung beim VKI zu bleiben nie betreut und würde es genauso wieder machen. Gerade jetzt, als Mutter von zwei Kindern, ist für mich neben dem interessanten Aufgabengebiet auch Flexibilität ein wichtiges Jobkriterium. Zum Glück wird auch das hier geboten.

Wo hast Du studiert? Und wie hat Dir das Studium gefallen?

Ich habe an der Uni Wien Ernährungswissenschaft studiert. Schon damals war das Studium etwas überlaufen und teilweise schlecht organisiert. Aber im Großen und Ganzen hat es mir gut gefallen. Meine persönlichen Interessensgebiete, die innerhalb der Pflichtfächer aus meiner Sicht zu kurz kamen, habe ich dann in den freien Wahlfächern selbst zusammengestellt.

Wie bist Du auf das Studium der Ernährungswissenschaft gekommen? Welche Passion hast Du für Ernährungswissenschaft?

Eigentlich hatte ich kein Studium geplant, da ich eine berufsbildende Schule mit Matura absolviert hatte und auch gleich zu arbeiten beginnen wollte. Da es damals keine interessanten Jobs gab, habe ich umdisponiert und zu studieren begonnen. Aus der Vielzahl an Studien habe ich mich dann für Ernährungswissenschaft entschieden, da mich Ernährung und Chemie immer schon interessiert haben.

Nina, Du hast 2 Kinder und bist verheiratet: Wie vereinbarst Du Familie und Job? Welchen Tipp hast Du für junge Familien?

Spätestens mit Kindern ist Organisation nicht das halbe, sondern das ganze Leben. Das Kinderbetreuungsangebot ist bei uns eher schlecht und ohne Oma würde es nur schwer klappen, außer der Beruf des Mannes ist ebenso kinderfreundlich und man kann sich die Kinderbetreuung teilen. Jedes Paar sollte sich bewusst sein, dass bei einem Elternteil eines von beiden – Kind oder Karriere – kürzer kommen wird, bei mir ist es die Karriere, wobei das auch meine bewusste Entscheidung war.

Wichtig ist es wie gesagt, gut organsiert zu sein. Kinder benötigen neben den Eltern auch weitere Bezugspersonen zu denen sie Vertrauen haben, während die Eltern arbeiten. Gut ist auch immer eine Alternative zu haben, falls mal die übliche Betreuungsmöglichkeit ausfällt oder die Kinder krank sind.

Zu guter Letzt, was würdest Du Berufseinsteigers aus unserem Fachbereich raten?

Wichtig ist schon während des Studiums in viele verschiedene Bereiche zu schnuppern, das macht die Suche nach dem ersten Job einfacher. Viele Praktika bieten eine gute Möglichkeit sich ein Bild über eine Stelle zu machen. Daher kann ich jeder und jedem nur raten, viele Praktika zu absolvieren. Jeder sollte ein Ziel vor Augen haben, aber auch bereit sein Kompromisse einzugehen. Der Weg zum Traumjob ist oftmals etwas steinig, aber es lohnt sich!

Danke, Nina, das war sehr spannend!

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