Barbara Ernst - Doktorandin am Herz- und Diabeteszentrum NRW


Vor ein paar Wochen stand ich auf einer Hochzeitsfeier an der Bar. Da kam ich ins Gespräch mit Barbara - einer Ökotrophologin.


Simone: Barbara, Du bist als Doktorandin am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen angestellt - wie kam es dazu?

Barbara: Ich bin durch die Betreuerin meiner Diplomarbeit auf die Stelle aufmerksam gemacht worden. Zu dieser Zeit habe ich bei ihr als freie Mitarbeiterin an der Uni Bonn gearbeitet. Und dann ging alles ganz schnell: Ich war zum Bewerbungsgespräch dort und habe die Stelle bekommen! Nun promoviere ich extern an der Uni Bonn. Inzwischen geht es mit großen Schritten auf das Ende dieser Zeit zu.

Wie sieht eine normale Woche im Moment bei Dir aus? Was ist das Tolle an deinem Job?

Mein Job hat sich im Laufe der Jahre etwas gewandelt. Ich habe bei Einstellung am HDZ NRW die Betreuung einer großen, randomisierten kontrollierten Studie übernommen. Somit war ich zu Beginn noch stark mit der Patientenrekrutierung und der Betreuung der Studienteilnehmer beschäftigt. Zudem habe ich natürlich dafür sorgen müssen, dass wir an alle Befunde kommen und habe alle relevanten Daten gesammelt und dokumentiert. Inzwischen sind alle Patienten mit der Studie fertig und wir werten derzeit die Daten aus. Ich schreibe wissenschaftliche Veröffentlichungen und forsche über die eben genannte Studie hinaus an weiteren Fragestellungen. Das Tolle ist, dass man an einem solch großen, renommierten Herzzentrum super Möglichkeiten hat, was die Forschung betrifft. Ich habe jedoch nicht in der Lehre gearbeitet, so wie das bei Doktorandenstellen an der Uni üblich ist.

Wo hast Du studiert? Und wie hat Dir das Studium gefallen?

Ich habe an der Uni Bonn Ernährungs- und Haushaltswissenschaften studiert und habe dort meinen Abschluss als Diplom Oecotrophologin gemacht. Das Studium hat mir sehr gut gefallen. Da es nicht nur aus naturwissenschaftlichen Fächern, sondern auch aus wirtschaftlichen Fächern bestand, war es sehr abwechslungsreich. Neben vorgegebenen Hauptfächern, konnte man sich durch diverse Wahlfächer das Hauptstudium nach seinen Interessen zusammenstellen. So wurde das Studium -in meinem Fall- durch Fächer wie Familiensoziologie und Beratung und Kommunikation fachlich noch breiter. Praktische Erfahrungen konnte man in den Laborpraktika sammeln und hat so einen umfassenden Eindruck von der Vielseitigkeit der Ernährungswissenschaft bekommen.

Wie bist Du auf das Studium der Ernährungswissenschaft gekommen? Welche Passion hast Du für Ernährungswissenschaft?

Naturwissenschaften fand ich schon in der Schule toll. Mein Chemie-LK-Lehrer hat mich damals für die Chemie begeistert. Ich habe lange damit geliebäugelt Medizin zu studieren. Da ich jedoch auf einen Studienplatz hätte warten müssen, habe ich mich letztendlich für das Studium der Ernährungs- und Haushaltswissenschaften entschieden. Auch hier werden medizinische Grundkenntnisse vermittelt, aber die Möglichkeiten nach dem Studium sind sehr viel breiter.

Du promovierst? Warum?

Es war nie mein Plan zu promovieren. Als sich jedoch die Möglichkeit geboten hat, habe ich es sofort als Chance erkannt. Solch tiefe Einblicke in die klinische Forschung zu bekommen ist sehr spannend. Man muss sich jedoch klar machen, dass die Forschung einen auch an frustrierende Punkte bringen kann, die es dann zu überwinden gilt.

Zu guter Letzt, was würdest Du Berufseinsteigers aus unserem Fachbereich raten?

Ich denke, dass es ratsam ist, vor oder während des Studiums Praktika zu machen, um sich ein Bild von möglichen Arbeitsbereichen zu machen. Das kann helfen, falls man sich ob der vielen Alternativen mal orientierungslos fühlt. Und ich denke dass es hilft, nicht nach einem festen Plan vorzugehen. Wenn ich das getan hätte, hätte ich die Stelle am HDZ NRW vielleicht nie bekommen und ich hätte eine tolle Chance verpasst.

Danke Barbara für die interessanten Einblicke in Deine Arbeit!

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