Sophie Köchling - Qualitätsmanagerin bei LSG Sky Chefs


Sophie, du bist Ernährungswissenschaftlerin und bist nach dem Bachelor direkt in den Beruf gestartet. Wie kam es dazu?

Ja das stimmt. Ich habe bereits während meines Bachelorstudiums eine Teilzeitstelle bei meinem jetzigen Arbeitgeber begonnen. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Praktikum. Da dieses für meinen Wunschzeitraum bereits vergeben war, wurde mir eine Teilzeitstelle angeboten. Ab diesem Zeitpunkt habe ich die Abteilung Qualitätsmanagement im Betrieb LSG Sky Chefs Frankfurt International (einem großen Airline Caterer) für 40 Stunden im Monat als Sachbearbeiterin unterstützt. Als sich mein Studium dem Ende neigte, wurde eine meiner damaligen Vorgesetzen schwanger. Somit konnte ich erst als Schwangerschaftsvertretung, später als unbefristete Angestellte, die Rolle einer Qualitätsmanagerin ausfüllen. In dieser Position bin ich auch heute noch, gute 3 Jahre nachdem ich meine erste Tätigkeit im Unternehmen begonnen habe.

Wie sieht eine typische Woche bei dir aus? Was gefällt dir besonders an deiner Arbeit?

Da mein Aufgabengebiet sehr vielseitig ist, fällt es mir schwer eine typische Woche zu beschreiben. Natürlich gibt es wiederkehrende Aufgaben, wie beispielsweise die unternehmensweit festgeschriebenen Qualitätsprüfungen. So müssen eine ganze Menge Lebensmittelproben verschiedener Produktionsstufen ins Labor gesendet werden, Verkostungen durchgeführt und Inhaltschecks der verschiedenen Flugzeug Trolleys durchgeführt werden. Spannender wird es, wenn unser Betrieb Besuch von Auditoren bekommt. Dies können sowohl unsere Kunden (wir beliefern momentan über 20 Kunden mit allem, was man für den Boardservice benötigt), Beauftragte unserer Kunden oder auch das Ordnungsamt sein.

Als Qualitätsmanager ist man für Vorbereitung, Durchführung und die Nachbereitung dieser Besuche zuständig. Aus den Audits und auch aus dem Alltagsgeschäft ergeben sich immer wieder Probleme, für welche eine Lösung z.B. in Form eines neuen Prozessablaufs gefunden werden muss. Besonders gerne mag ich an meinem Job, dass man als Schnittstelle mit vielen verschiedenen Abteilungen (Produktions- und administrative Bereiche, Einkauf, Kunden, Auditoren, Lieferanten, Labor…) im Kontakt steht. So wird mir nie langweilig - denn es gibt immer etwas zu verbessern.

Wie bist du auf das Studium der Ernährungswissenschaft gekommen? Welche Passion hast du für die Ernährungswissenschaft?

Ich habe mich schon immer für Ernährung interessiert. Ich denke das liegt auch daran, dass meine Mutter eine passionierte Hobby-Köchin ist, die immer Spaß daran hatte zu Hause etwas neues aufzutischen. Natürlich hat Sie dabei auch auf gesundheitliche Aspekte geachtet. Allerdings bin ich eher über Umwege zum Ernährungswissenschaftsstudium gekommen. Erst habe ich mich an einem kreativen Studiengang versucht, welchen ich nach wenigen Semestern abgebrochen habe. Mir hat einfach der faktische Input gefehlt.

In dieser Situation habe ich mich dazu entschlossen Ernährungswissenschaften zu studieren. Ich war mir bewusst, dass das Studium nicht einfach werden würde, freute mich aber auch schon auf den Inhalt vieler Vorlesungen. Ich bin heute noch froh, dass ich mich für einen Studiengang entschieden habe, der mir auch im Privatleben so nützlich ist.

Wo hast du studiert und wie hat dir das Studium gefallen? Welchen Schwerpunkt hast du gewählt?

Ich habe an der Justus Liebig Universität in Gießen studiert. An meine Studienzeit denke ich gerne zurück, auch wenn ich zum Ende gar nicht mehr abwarten konnte in den Job zu starten. Toll fand ich die breitgefächerte naturwissenschaftliche Grundausbildung mit Fächern, die man schon aus Schulzeiten kennt, aber auch neuen medizinisch orientierten Eindrücken. Da ich bereits früh wusste, dass meine berufliche Zukunft nicht im Bereich Beratung oder Forschung liegt, habe ich versucht meinen Schwerpunkt Richtung QS/QM auszubilden. Leider war das Vorlesungsangebot in dieser Sparte recht dünn. Hätte ich mich für ein Masterstudium entschieden, hätte es eventuell ein größeres Angebot gegeben.

Was würdest du Berufseinsteigern raten? Was war für dich am Berufseinstieg die größte Herausforderung?

Früh Praxiserfahrung sammeln, flexibel sein und sich nicht verstellen. Das sind auch Eigenschaften, auf die ich bei der halbjährlichen Praktikantensuche besonders achte.

Vielen lieben Dank Sophie für die spannenden Einblicke!

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